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Ausflug in den Dschungel

Ausflug in den Dschungel

In der Hängematte liegen, dem Zwitschern, Zirpen und Pfeifen der Tiere lauschen und relaxen, das ist Dschungelleben par excellence.

Anfangs November bin ich mit dem Nachtbus von Cusco nach Puerto Maldonado gefahren. Die Fahrt war nicht ganz so angenehm wie die Letzte. Mein Magen revoltierte ob den vielen Kurven. Ich konnte trotzdem etwas schlafen und kam recht ausgeruht in Puerto Maldonado an.

Am Busbahnhof erschlug mich erst mal die Hitze. Wir sind definitiv nicht mehr auf 3400 MüM. Der Dschungel ist gleich um die Ecke und das spürt man. Mit dem Mototaxi fuhren wir zur Agentur, wo ich mein Gepäck nochmals reduzieren musste – ich hatte schon nur den Tagesrucksack und eine kleine Tasche dabei – aber das war noch zu viel. Packen und Umpacken gehört nicht zu meinen Stärken!  

Abenteuerliche Anfahrt 

Mit dem Jeep fuhren wir in Richtung Rio Tambopata. Anfangs waren die Strassen noch gut ausgebaut. Doch irgendwann bogen wir in eine Off-Road-Strasse ein und unser Fahrer bewies, dass er regelmässig mit der Differenzialsperre fahren muss. Tiefe Schlammlöcher, ausgefahrene Fahrrinnen, Äste und ganze Bäume trafen wir auf unserer Fahrt zum Fluss an. Einmal musste unser Guide gar mit der Machete die Äste abschneiden, damit wir weiterfahren konnten. Mit dem Boot ging die Fahrt dann auf dem Fluss weiter und nach einem kurzen Marsch kamen wir in der Collpas Tambopata Lodge an.

Auf dem Programm für die zwei Tage standen eine Dschungelwanderung und der Besuch bei den Papageien. Auf der Wanderung durch den Dschungel erklärte uns unser Guide die verschiedenen Pflanzen und deren Wirkung. Es war drückend heiss. Ich bin nicht gemacht für diese Temperaturen und diese Luftfeuchtigkeit.

Papageien-Fütterung

Am 2. Tag mussten wir um 5 Uhr in der früh auf der Matte stehen. „Seit so pünktlich wie die Deutschen und Schweizer es sind“, meinte der Guide lachend. Wir fuhren noch vor dem Frühstück mit dem Boot flussaufwärts zu einer Stelle, wo sich die rot-grünen, blau-gelben und die Scarlett Papageien treffen. Sie fressen hier den Lehm, der gut für die Verdauung ist. Neben dem Fressen sei dieser Ort für die farbenfrohen Vögel auch ein Ort des sozialen Austausches.

Wir sassen aufgereiht auf unseren Plastikstühlen am Aussichtspunkt und schauten dem „Kommen und Gehen“ der Vögel zu. Zu Duzenden sassen sie in den Bäumen, schnatterten und flogen weiten zum nächsten Baum. Durchs Teleobjektiv und den Feldstecher waren wir dem Treiben etwas näher und konnten durchs Tele mit dem Handy Fotos machen.

Da es in den letzten Tagen viel geregnet hat, hatte es nicht hunderte von Papageien. Und leider konnten wir sie nur in den Bäumen beobachten und nicht beim Fressen. Aber eindrücklich war dieses farbenfrohe Spektakel allemal. Ich habe noch nie Papageien in freier Wildbahn gesehen. Auf der Rückfahrt mit dem Boot kreuzten wir weitere wilde Tiere und im Camp sahen wir sogar ein Faultier im Baum hängen. 

Maloka Sandoval Lodge

Der zweite Teil meiner Dschungelreise führte mich zum Sandoval Lake. Nachdem ich in der Agency in Puerto Maldonado mein Gepäck ein weiteres Mal umgepackt hatte, ging es mit Ankita und Sourabh aus Kanada mit dem Taxi zum Bootsanleger. Auf dem Rio Madre de Dio fuhren wir 40 Minuten in Richtung Sandoval Lake. Der See ist nur zu Fuss über einen mehr als schlammigen Weg erreichbar.

Die Gummistiefel hatten wir zum Glück schon im Boot angezogen. Die drei Kilometer wollten nicht enden. Der Weg führte durch Schlammlöcher, tiefe Pfützen und zum Teil durchs Gebüsch. Nach kurzer Zeit dunkelte es ein und wir mussten mit den Taschenlampen unseren Weg leuchten. Es war mir nicht sonderlich wohl. Die beiden Typen von der Lodge, die uns eigentlich begleiteten, liefen meistens voraus und warteten dann irgendwo auf uns. Wir mussten unseren Weg durch den Schlamm selber suchen. Es war etwas unheimlich. Man wusste nie, ob man in ein Spinnennetz läuft oder ob irgendwo eine Schlange vom Baum hängt. …

Während den drei Tagen in der Lodge unternahmen wir morgens in aller Früh und jeweils am späteren Nachmittag Ausflüge auf dem See. Während dem Tag bevölkern duzende Boote mit den Tagestouristen den See, die auf der Suche nach den Kaiman Krokodilen, den Vögeln, den Ottern und Affen sind. Die guten Zeiten sind jedoch am Morgen und am Abend. So kamen wir in den Genuss die Tierwelt für uns zu entdecken. Es war herrlich mit dem Holzboot auf dem See zu schippern, der Stille zu lauschen und die Tiere zu beobachten.

Dschungel ist Dschungel?

Das dachte ich auf jeden Fall, bevor ich hierherkam. Die Wälder bei uns sind ja auch verschieden und so verschieden sind auch die Dschungelwälder. In diesem Teil des Parks gibt es riesige, uralte Bäume. Man kommt sich winzig vor, wenn man vor dem Baumstamm steht. Der Guide erklärte uns die verschiedenen Heilpflanzen, die hier wachsen und machte uns auf Spuren im Schlamm aufmerksam.

Nachmittags hatten wir Zeit in der Hängematte zu relaxen und den Geräuschen des Dschungels zu lauschen. Auch hier gab es Cabines, in denen die Touristen untergebracht sind. Ich habe zum Glück erst am letzten Tag erfahren, dass ganz in der Nähe des Weges, der über das Gelände der Lodge führt, eine Tarantel zu Hause ist. Ich werde nicht gut Freund mit diesen Tieren.

Wenn ich gefragt werde, wie mir der Dschungelausflug gefallen hat, kann ich keine klare Antwort geben. Es war zum einen sehr spannend und interessant all diese Tiere zu hören und zu sehen. Aber für meinen Geschmack war es zu heiss, die Luftfeuchtigkeit zu hoch und eindeutig zu viele kleine krabbelnde Tiere, die überall waren.

Rückflug mit Star Peru

Morgens um 4.30 Uhr hiess es „Abmarsch“. Meine Gruppe ging zu den Papageien und ich zurück nach Puerto Maldonado. Über die Schlammpiste wanderte ich zurück. Die Gummistiefel hatten zwar ein gutes Profil, aber im Schlamm ausrutschen kann man auch damit…. Nass geschwitzt und dreckig kam ich in Puerto Maldonado an. Trockene Klamotten anziehen, umpacken und frühstücken und schon ging’s zum Flughafen.

Dort traf ich auf Magnus, den ich in der Lodge kennen gelernt habe. Wir alberten rum und stellten uns vor, dass wir norwegisch-schweizerische Berühmtheiten sind und mit dem Privatjet nach Cusco unterwegs sind. Wir hatten das Flugzeug fast für uns allein. Es tut gut, nicht immer alles so ernst zu nehmen!

Es ist cool auf Reisen viele verschiedene Leute kennen zu lernen. „Ich hab das Gefühl, nach den 3 Monaten Südamerika Freunde auf der ganzen Welt zu haben,“ sagt Magnus. Genauso geht es mir auch. Ich habe eine Liste angefangen, um die Namen und Orte zu notieren.

Man weiss nie, wenn man in Mumbai, Toronto, Oslo, Zürich, Kalifornien, Langenthal, Leipzig oder Hamburg mal einen Kaffee trinken gehen möchte und eine Empfehlung braucht.

Chrige

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