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Colca Canyon: steile Felswände und Kondore

Colca Canyon: steile Felswände und Kondore

Wer nach Arequipa reist, hat meist ein Ziel vor Augen: den Colca Canyon mit seinen Kondoren und den imposanten Felsformationen. Kaum verwunderlich, ist sie doch wahrscheinlich die tiefste Schlucht der Welt. Ich habe lange überlegt, ob ich die Wanderung in die Schlucht – und dann wieder hinauf – wagen soll, oder ob ich eine „Light-Tour“ machen soll. Da ich noch etwas mit der Höhe am kämpfen war, entschied ich mich für eine zweitägige „Light-Tour“ mit der Colca Trek Agentur.

Mit einen bequemen Bus fuhren wir mit einer internationalen Gruppe von Arequipa Richtung Colca Canyon. Er liegt etwa 100 Kilometer von Arequipa entfernt und wir stoppten auf der Fahrt immer wieder um Vicunas, Lamas und Viscachas (Hasen) zu bestaunen.

Eindrückliche Felsformationen

Colca Trek wirbt mit „Stopps an nicht touristischen Orten“ und so bogen wir bei einer kleinen Ansammlung von Häusern von der Hauptstrasse ab und fuhren über eine Holperpiste bis zu einem Parkplatz. Nach einer Stärkung mit Cocatee führte uns der Guide über Stock und Stein zu wunderschönen Felsformationen. Das Meiste ist vulkanisches Gestein und es leuchtete wunderschön in der Morgensonne.

Mirador de los Andes

Der Wind begrüsste uns auf fast 5000 Meter über Meer, als wir am Mirador de los Andes einen Stopp einlegten. Die Luft war dünn da oben und man geht von Vorteil langsam, damit man nicht völlig ausser Atem kommt. Von diesem Aussichtspunkt mitten im Nirgendwo sieht man die acht Vulkane, die fast auf einer Linie aufgereiht sind. (Leider habe ich kein Foto, auf dem alle zu sehen sind)

Colca Canyon 

Nach dem Mittagessen, das wir in Chivay in einem typischen Touristenrestaurant gegessen haben, ging die Fahrt weiter Richtung Pinchollo zur Colca Trek Lodge. Unterwegs stoppten wir an verschiedenen Aussichtspunkten, wo wir in die tiefe Schlucht schauen und die an den oberen Hängen errichteten Terrassen bestaunen konnten. Die meisten Terrassen sind von menschlicher Hand gebaut worden und viele sind schon mehrere hundert Jahre alt. Die Bewohner nutzen sie noch heute zum Anbau von Gemüse.

Von der Lodge aus wanderten wir ein Stück die Schlucht hinunter und unser Guide erzählte uns viel über die Flora und Fauna. Kurz nach Sonnenuntergang gingen wir über den steilen Weg zurück zum Hotel. Ich war froh, dass ich nicht die grosse Wanderung gebucht habe, sondern nur diese kleine! 

Cruz del Condor

In den Colca Canyon fährt man vor allem auch, um die majestätischen Kondore zu besichtigen. So ging es am Morgen früh mit dem Bus zum Cruz del Condor und wir waren (noch) die Einzigen auf der Aussichtsplattform. Der Jumbojet der Lüfte – die Flügel umfassen eine Spannweite von bis zu 3.20 Metern – steigt morgens mit der ersten Morgenthermik zwischen 8 und 10 Uhr aus der Schlucht auf, um am Canyonrand zu kreisen. 

Je nach dem ob man vom höchsten Berggipfel nahe der Schlucht aus bis zum Rio Colca misst oder vom Rand der Schlucht, ist der Canyon 3269 bzw 1200 Meter tief. Zum Vergleich, der Grand Canyon ist „nur“ etwa 1800 Meter  tief.

Da die Vögel auf sich warten liessen, fuhren wir mit den Mountainbikes auf der geteerten Strasse nach Cabanaconde. Die Bikes waren super in Schuss und so sausten wir den Blick abwechselnd auf der Strasse und auf der Landschaft, die Strasse hinunter. Von den knapp 13 Kilometern ging zum Glück nur einer hinauf, der Rest war downhill und wir liessen uns den Fahrtwind um die Nase blasen.

Am Dorfeingang von Cabanaconde, wo wir auf den Bus warteten, kamen wir in den Genuss eines kleinen Schauspiels. Einheimische fuhren mit einem umgebauten Töff mit einer Ladefläche an uns vorbei. Auf einmal brach Hektik auf dem kleinen Gefährt aus; eine Ente ist ihnen aus der Ladung entwischt. Die Männer sprangen von der Ladefläche und versuchten das aufgescheuchte Tier einzufangen, was ihnen nach einigen Versuchen auch gelang. Das Strahlen auf den Gesichtern der Einheimischen war herrlich!

Der Bus fuhr uns dann die Strecke zurück zum Cruz del Condor. Unterdessen waren duzende Tourbusse angekommen und haben hunderte Touristen am Aussichtspunkt ausgespuckt. Wir warteten geduldig auf die Kondore und wurden belohnt. Der grösste flugfähige Vogel der Erde stieg majestätisch aus der Schlucht auf und liess uns staunen!

In Peru symbolisiert der Kondor Unsterblichkeit und Kraft, gilt aber auch als Bote der höchsten Götter. Eindrücklich, wie die grossen Vögel nur mit einem „Fingerschlag“ in der Luft schweben.

Während den ganzen zwei Tagen stoppten wir immer wieder, um die wunderschöne Landschaft zu bestaunen, Alpakas, Flamingos und andere Tiere zu fotografieren. 

Zum Abschluss der Tour stoppten wir bei den Hotsprings und konnten unsere müden Glieder im warmen Wasser entspannen. Ein Bad im Fluss empfiehlt sich gemäss Guide nicht, da man nicht so genau weiss, was von den umliegenden Minen ins Wasser gelassen wird.

Die Gruppe wurde anfangs Nachmittag in einem kleinen Örtchen aufgeteilt und die einen fuhren zurück nach Arequipa und wir fuhren weiter nach Puno.

Abends spät kamen wir am Titikakasee auf 3800 Meter über Meer an und ich war froh, endlich ins Bett schlüpfen zu können. Die Höhe hat es definitiv in sich!

Chrige

Chrige

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