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Schildkröten, Walhaie und kristallklares Wasser

Schildkröten, Walhaie und kristallklares Wasser

Meine Weltreise startete ich mit elf Tagen Ferien in Mexiko. Ja – Ferien! Ganz nach dem Motto: Eat * Sleep * Dive * Repeat. Das Relaxen war dringend nötig, denn die Zeit vor dem Abflug war recht anstrengend und ich brauchte ein paar Tage, während denen alles organisiert war.

Am Montag, 10. Juli kam ich mit AirBerlin in Cancun an. Sophia meine Sitznachbarin klärte mich im Landeanflug über die Möglichkeiten nach Playa del Carmen zu kommen auf und half mir dann auch gleich das richtige Ticket zu kaufen. So einfach ist es, ins Gespräch zu kommen und Hilfe zu erhalten. Der öffentliche ADO-Bus brachte mich dann ins knapp 90 Kilometer entfernte Playa del Carmen und von da nahm ich das Taxi ins benachbarte Playacar, wo Yannick und Ivana, meine AirBnB-Hosts, wohnen. Ich wurde herzlich in Empfang genommen und sogleich über das Was – Wie – Wo aufgeklärt. Yannick und Ivana sind super Gastgeber und sehr darauf bedacht, dass es ihren Gästen an nichts fehlt. Zudem ist Yannick Dive-Instruktor mit seiner eigenen Firma Dragon Divers, was für mich ausschlaggeben war, mich bei den beiden einzuquartieren.

2017; Dragon House; AirBnB; Dragon Divers

AirBnB in Playacar

Gefesselt von der Unterwasserwelt

Yannick, der schweizerisch-kolumbische Wurzel hat, lebt fürs Tauchen und seine Begeisterung für die Unterwasserwelt, speziell fürs Höhlentauchen, spürt man bei jedem Tauchgang sehr intensiv. „Ich tauche seit ich klein bin und liebe das Wasser und die Unterwasserwelt. Es ist immer wieder ein ganz spezieller Augenblick, wenn du in den Augen des Tauchschülers die Funken sprühen siehst und weisst, dass du ihm deine Welt näher bringen konntest. Meinen ersten Tauchgang hatte ich zusammen mit meinem Vater und seit da bin ich gefesselt von der Unterwasserwelt.“ Anfänglich war ich etwas skeptisch, ob es mir da unten in den Grotten und Höhlen wirklich gefallen würde. Ich mag es eigentlich nicht, wenn ich beim Tauchen das Tageslicht nicht sehe und über mir eine Decke ist. Yannick schaffte es, mir meine Zweifel und die Angst zu nehmen und ich erlebte fantastische Tauchgänge in den mexikanischen Cenoten. Ich bin sehr dankbar für dieses einmalige Erlebnis und sehr glücklich, dass ich meine Angst überwunden habe!

In den Cenoten von Mexiko zu tauchen ist ein bisschen wie ein Spaziergang durch den Wald: Höhlen, Felsen, knorrige Wurzeln, herunterhängende Sträucher, abgefallene Blätter. Dies aber alles Unterwasser mit einem phantastischen Lichtspiel.

CASA CENOTE: Eine „Einsteiger“-Cenote

Cenoten: Lichtspiel der Sonne

Im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo gibt es über 1000 dieser „Kalksteinlöcher“, die mit Süss- und Salzwasser gefüllt sind. Im Schnitt sind sie etwa 15 Meter tief, vereinzelt auch über 100 Meter. Die Cenoten sind grundsätzlich öffentlich zugänglich, aber man muss quasi einen „Wegzoll“ zahlen. Das Cenotentauchen ist sehr beliebt und so hat es immer eine stattliche Anzahl Taucher vor Ort. Aber in die Quere kommt man sich höchstens mit den zappelnden Schnorchlern, mit denen sich die Taucher einen Teil der Cenoten teilen.

In den Cenoten gibt es unterschiedliche Gesteinsformationen, Wurzeln der Bäume, die sich einen Weg durch das Gestein bahnen, Blätter, Äste, vereinzelt kleinere Fische und die Halokline (Zone, wo sich das Süss- und Salzwasser trifft) zu sehen. Wegen den Tieren oder bunten Korallen taucht man hier aber nicht. Es ist das kristallklare Wasser und das Lichtspiel der Sonne, das die Taucher fasziniert. Meine zwei Favoriten sind die Cenoten Pit, die Teil der Cenote Dos Ojos ist, sowie Tajma Ha. Yannick führte mich sicher durch diese Unterwasserwelt und bescherte mir mehr als einen sprachlosen Moment. „Na, ich hab’s dir ja gesagt, dass es beautiful ist!“ – Oh ja und wie! Ich kann es nicht in Worte fassen und in den Videos sieht man es nur ansatzweise, wie absolut fantastisch es ist, in diesen Gewässern zu tauchen.

CENOTE TAJMA HA: phantastisches Lichtspiel

CENOTE TAJMA HA: phantastisches Lichtspiel

Kristallklares Wasser des karibischen Meeres

Was wäre ein Aufenthalt in Mexiko, ohne wenigstens zwei, drei Tauchgänge im karibischen Meer? Yannick zeigte mir nicht nur die Unterwasserwelt vor Playa del Carmen, sondern auch jene vor der Insel Cozumel. Die Insel ist die Heimat des Mesoamerican Reefs, das sich mit 700 Meilen von Mexiko, über Belize, Guatemala nach Honduras erstreckt. Hunderte tropische Fische, Schildkröten, Haifische, Muränen, Rochen und andere Fische und Lebewesen wohnen in diesem kristallklaren Gewässer. Kein Wunder besuchen pro Jahr über 2,5 Millionen Touristen Cozumel, um hier zu schnorcheln, zu tauchen und zu relaxen.

Die Tauchgänge waren für mich – wie schon jene in den Cenoten – unbeschreiblich. Yannick stöberte in verschiedenen Unterschlüpfen Fische auf, zeigte mir die schönsten Tauchplätze und setzte alles daran, dass ich unvergessliche Tauchgänge erlebte. Die meisten Fische musste man nicht erst suchen, sie schwammen vor unseren Augen einzeln oder in Schwärmen vorbei. Und – we are so lucky – sahen mehrmals meine Lieblinge, die Schildkröten. Es waren Hawksbill Turtles, die echte Karettschildkröte, die sich uns zeigten. Ich liebe das Tauchen! Diese Schwerelosigkeit unter Wasser, die phantastische Landschaft, all die Fische, die Ruhe. Wenn man es nicht erlebt hat, kann man es wahrscheinlich nicht nachvollziehen. I love it!!

Once in a lifetime

Mein Unterwassererlebnis durfte ich mit einer Schnorcheltour zu den Walhaien vor Cancun abschliessen. Mit Eco Tours Adventures fuhren wir in einer kleinen Gruppe von Playa del Carmen nach Cancun, wo wir ein Boot nahmen, um etwa zwei Stunden aufs Meer hinauszufahren. Draussen auf dem Meer war dann eine riesige Ansammlung von Booten. Mindestens 70 habe ich gezählt, mal 10 Schnorchler; man kann sich vorstellen wie es da zu- und hergeht. Ich bin etwas hin- und hergerissen, ob diese Tour wirklich sinnvoll ist. Beim Tauchen stören wir die Tiere nicht, hier aber wartet man regelrecht darauf, dass ein Walhai an die Oberfläche kommt, um dann neben ihm zu schnorcheln.

Schnorcheln mit den Walhaien vor Cancun

Schnorcheln mit den Walhaien vor Cancun

Sobald ein Walhai in Sicht war, durften wir immer zu zweit mit einem Guide ins Wasser springen. Dann hiess es paddeln, was das Zeugs hielt, um neben dem Koloss her zu schnorcheln. Bei den anderen tauchte der Walhai relativ schnell ab oder schwamm davon. Bei meiner zweiten Chance konnte ich fast 10 Minuten im Wasser bleiben und den Fisch von nahem bestaunen. Er stellte sich sogar senkrecht mit dem Kopf zur Wasseroberfläche auf und öffnete sein riesiges, bis zu 1.5 Meter breites Maul. Er ernährt sich von Plankton und seine 300 bis 350 Reihen mit insgesamt 3600 Zähnen halten den Plankton fest, währendem er das Wasser durch seine Kiemen presst. Ein wahnsinns Tier! Ganz nebenbei sahen wir auch noch Riesenmantas, die durchs Wasser schwebten. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Zum Abschluss fuhren wir mit dem Boot vor die Isla Mujeres, wo wir in der Bucht, im Wasser ein feines Ceviche assen und auf den Tag anstossen. Es war ein eindrückliches Erlebnis und trotz der Zweifel, würde ich es jedem empfehlen.

ISLA MUJERES - Mittagessen in der Bucht

ISLA MUJERES – Mittagessen in der Bucht

Herzlichen Dank

Mexiko war für mich der perfekte Start in meine Weltreise. Ich war wunderbar aufgehoben bei Yannick & Ivana, die sich rührend um mich kümmerten, durfte spannende Gespräche mit ihnen führen, neue Lebensmodelle kennenlernen, die beindruckende Unterwasserwelt entdecken und auch Überland ein bisschen Sightseeing betreiben. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen und danke den beiden herzlich für alles!!

 

Chrige

Chrige

1 Comment

  • Natalia Dziadus-Hammerschmied

    Ihr habt Walhaie gesehen! Toll 🙂
    Ich selbst liebe Tauchen und so schöne Videos von euch zu sehen freut mich sehr und weckt natürlich die Sehnsucht wieder ans Meer zu fahren 🙂
    LG,
    Natalia

    18. August 2017 at 4:36
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