Loading

Was? Du änderst deine ganzen Pläne??

Was? Du änderst deine ganzen Pläne??

Diese Frage durfte ich in den letzten Tagen mehr als einmal hören und die Antwort darauf ist: „Nein, ich ändere meine Pläne nicht, da diese eh Ende Januar geendet hätten!“. Aber von Anfang an. Bereits als ich meine Reise plante, war für mich klar, dass ich gerne irgendwo arbeiten möchte. Ich hatte keine genaue Vorstellung über das Was, Wann, Wo. Vielleicht in einem Tauchshop im Frontoffice, in einem Hotel oder sonst wo? Ich ging mit der Einstellung auf die Reise, dass der Job mich dann schon findet.

Und genauso war es. Vor Weihnachten erhielt ich den Newsletter von Quer durch Peru, in dem Nora schrieb, dass das Reisebüro Responsible Travel Peru in Cusco eine „Asistente de Ventas – Team alemán“ sucht. Zu Deutsch, das Reisebüro hat ein Verkaufsteam für den deutschsprechenden Raum und sucht dringend Unterstützung. Ich musste nicht lange überlegen und sendete eine Bewerbungsemail.

Zu dieser Zeit arbeitete ich noch auf der Farm Pingo Salvaje / Estancia Laguna Sofia in der Nähe von Puerto Natales. Ich konnte es kaum erwarten, dass ich endlich frei habe, um die E-Mails zu checken. Kurz vor dem Jahreswechsel hatte ich dann zwei Tage frei und hatte mein Bewerbungsgespräch per WhatsApp. Annika, die Verkaufsleiterin, erklärte mir alles und wir hatten ein super Gespräch. Mit einem sehr positiven Gefühl ging ich zurück auf die Farm. Die Bewerbungsfrist lief bis 6. Januar und so hiess es warten.

Abbruch aus gesundheitlichen Gründen

Meine Tätigkeiten auf Pingo Salvaje bestanden hauptsächlich aus Putzen. Fenster putzen, WC/Dusche putzen, Camping sauber halten, noch mehr putzen, Böden schruppen, Holz schleppen, weiter putzen und zwischendurch mit auf die Reitausflüge, die sie für die Touristen anbieten. Es war sehr anstrengend. Ich bin ja kein Mimöschen und putzen ist auch kein Fremdwort für mich. Aber nach zwei Wochen Dauerarbeiten machten sich mein Nacken und meine Arme bemerkbar. Kribbeln und Schmerzen erst in der Nacht und dann auch während dem Tag. Kein angenehmes Gefühl, wenn man die Finger nicht mehr spürt und völlig verspannt ist.

Dazu kam, dass ich mich nicht 100% wohlfühlte. Obwohl ich ein bisschen Spanisch kann und eigentlich dachte, dass es reicht, verstand ich vom chilenischen Spanisch überhaupt nichts. Die Chilenen, oder zumindest die Mitarbeitenden auf der Farm, reden in einem Affentempo ohne grosse Rücksicht, ob man etwas versteht oder nicht. Und dann war da noch die Weihnachts- und Neujahrszeit, die mit mehr Heimweh als gedacht geprägt war. … Eins führte zum anderen. Nach einem Gespräch mit der Verantwortlichen kam ich zum Schluss, dass ich nicht noch vier Wochen meiner Zeit auf der Estancia verbringen möchte und auch nicht kann. Ich packte meine Sachen und fuhr zurück nach Puerto Natales.

Doktorbesuch mit der Konsulin

In Puerto Natales ging ich ins Spital, da ich etwas gegen meine Schmerzen in den Armen machen wollte. Mein Facebook-Post zu dieser Odyssee:

Da ich im Spital nicht weiterkam, suchte ich eine andere Lösung und fand heraus, dass die Schweiz ein Konsulat in Puerto Natales hat. Nach langem Suchen fand ich es. Die Konsulin hat ein kleines Büro im Dachgeschoss eines Restaurants. Wir verabredeten uns am selben Tag auf 16.00 Uhr und sie telefonierte rum und siehe da, um 17.00 Uhr konnte ich zum Arzt. Die Konsulin begleitete mich zur Untersuchung und half mit der Übersetzung. Ich war froh, so kompetente Unterstützung zu haben!! Jetzt hiess es Arm schonen und grundsätzlich relaxen.

Ich verbrachte ein paar entspannte Tage in Puerto Natales. Liess mich mit einer herrlichen Massage verwöhnen und besuchte die umliegenden Gletscher Perito Moreno, Balmaceda und Serrano und überlegte, wie meine Reise weitergehen soll. Ich beschloss in den nächsten Tagen über Punta Arenas nach Ushuaia ans Ende der Welt zu reisen. Ich organisierte die Tickets, die Unterkünfte und fuhr mit dem Bus die drei Stunden nach Punta Arenas.

Vom Ende der Welt nach Peru

Am 9. Januar, einen Tag vor meinem „halbjährigen Reisejubiläum“ sass ich in Punta Arenas im Café, als die WhatsApp mit der guten Neuigkeit kam. Den Chefs und Co-Gerentes des Reisebüros habe meine Bewerbung genauso gut gefallen wie Annika und sie freuen sich, mich im Team zu begrüssen. Booooaahhh – so cool!!!!! Der Start ins 2018 wendet sich doch noch zum Guten!

Nun hiess es schauen, wie ich von Patagonien zurück nach Peru komme. Flüge suchen, überlegen wie man die nächsten Tage organisieren kann: schnell war klar, dass ich am Dienstag, 16. Januar von Ushuaia über Buenos Aires nach Lima und von da nach Cusco fliegen werde. Ab Mittwoch bin ich wieder zurück in der Inkahauptstadt. Ich werde ein paar Tage Zeit haben, mich zu akklimatisieren, denn es geht von null auf 3500 Meter über Meer. Am 22. Januar geht es dann offiziell los. Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung und bin sehr gespannt, wie es sein wird, in Peru zu leben und zu arbeiten!

Überfahrt mit Transbordadora Austral Broom S.A.

Die Glückssträhne hielt dann auch gleich an. Ich hatte von der Überfahrt von Punta Arenas nach Puerto Williams mit dem Schiff schon viel gelesen und wollte sie unbedingt machen. Ich war nicht alleine und so kam ich erst auf die Warteliste und man stellte mir in Aussicht, dass es wohl eher nichts wird mit der 32-stündigen Fahrt. Aber siehe da, einen Tag nach den Neuigkeiten aus Peru, kam die E-Mail, dass ich auf der Warteliste nach vorne gerückt bin und doch mitfahren kann. So kam ich in den Genuss dieser eindrücklichen Fahrt vorbei an Gletschern, hohen Bergen und eindrucksvollen Landschaften. 

Herzlichen Dank und Adiós Patagonia

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in der Fähre ans Ende der Welt. Diese Überfahrt und die drei Tage in Ushuaia sind das Ende des ersten Teils meiner Reise. Wann meine Reise weitergeht steht in den Sternen. Wenn es mir in Cusco gefällt, bleibe ich da ein Weilchen und komme sicher im Verlauf des Jahres für einen Urlaub in die Schweiz.

Auf dem Blog werde ich in den nächsten Tagen und Wochen die Berichte und Bilder meiner letzten Erlebnisse aufschalten. Auf Grund der schlechten Internetverbindung war dies in den letzten Tagen nicht möglich. Und selbstverständlich führe ich den Blog weiter. Ein bisschen perulastig, aber sicher nicht minder spannend!

Ich danke Dir an dieser Stelle für Dein Interesse an meiner Reise, Deine Unterstützung in Form von E-Mails, Kommentaren und Likes auf Facebook und Gedanken aus der Schweiz! Ich freue mich auf ein virtuelles oder persönliches Wiedersehen irgendwo auf dieser Welt!

Chrige

Chrige

LEAVE A COMMENT